Dieser originale deutsche Güterwagen vom Typ Dresden stammt aus dem Jahr 1943. Er erinnert an die dramatischen Ereignisse des Jahres 1945 und an die Bevölkerungsveränderungen nach dem Krieg.
Er ist kein Symbol für die Entwicklung der Eisenbahn in der Stadt, sondern ein Denkmal zur Erinnerung an die Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in genau solchen Güterwagen nach Olsztyn kamen.
Im Jahr 1945 floh die Mehrheit der bisherigen Einwohner der Stadt – die Deutschen – vor der heranrückenden Front. Die deutsche Bevölkerung wurde evakuiert oder in den folgenden Jahren ausgesiedelt. Ihren Platz nahmen Polen ein, die aus verschiedenen Teilen des Landes nach Olsztyn kamen: aus Masowien, der Kurpie-Region, Podlachien und anderen Gebieten Zentralpolens. Hinzu kamen zahlreiche Repatriierte aus den ehemaligen Ostgebieten der Zweiten Polnischen Republik – aus der Gegend von Wilna, Grodno, Lemberg und Wolhynien, aber auch aus Kasachstan und Sibirien. In der Stadt verblieb zudem ein kleiner Teil der einheimischen Ermländer und Masuren. Im Olsztyn der Nachkriegszeit kam es somit zu einem nahezu vollständigen Austausch der Bevölkerung.