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Platz des Polnischen Konsulats

from the audio walk Ermland-Hauptstadt und Kopernikusstadt | Olsztyn

Price: 4.99 €
Ermland-Hauptstadt und Kopernikusstadt
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30 Stations
76:09 min Audio
4.83 km directions_walk
Platz des Polnischen Konsulats

Wir befinden uns auf dem Platz des Polnischen Konsulats, einem der wichtigsten Orte der polnischen Geschichte im Ostpreußen der Vorkriegszeit. Vor dem Krieg hieß der Platz Friedrich-Wilhelm-Platz, nach 1945 Marcelli-Nowotka-Platz. Seinen heutigen Namen erhielt er erst 1990 in Erinnerung an das Konsulat der Republik Polen, das hier von 1920 bis 1939 ansässig war.

Nach der Niederlage Polens in der Volksabstimmung wurde das polnische Konsulat zu einem der wichtigsten Zentren für den Erhalt der polnischen Kultur, Sprache und des gesellschaftlichen Lebens in Allenstein, Deutschland.

Der letzte Konsul, Bohdan Jałowiecki, wurde nach Kriegsausbruch von den Nationalsozialisten verhaftet und im Konzentrationslager Działdowo ermordet.

Das heutige Erscheinungsbild des Platzes ist das Ergebnis einer Revitalisierung um das Jahr 2001. Mittelpunkt ist die Weiße Adlersäule. Heute dient der Platz als repräsentativer Ort und Schauplatz patriotischer Zeremonien.

Nur wenige Schritte entfernt, an einem Mietshaus in der Linki-Straße 5, befindet sich eine Gedenktafel für Bogumił Linka – einen der bedeutendsten masurischen Aktivisten des frühen 20. Jahrhunderts.

Linka, der in deutschen Dokumenten als Gottlieb Linka geführt wurde, war Bauer aus der Nähe von Szczytno (damals Ortelsburg), Sozialaktivist und Verteidiger der polnischsprachigen Masuren. Er half seinen Nachbarn, Kontakt zu Behörden aufzunehmen, organisierte Treffen, bei denen polnische Bücher und Zeitungen gelesen wurden, und warb für moderne Anbaumethoden.

1919 gehörte er der Delegation aus Ermland und Masuren an, die zur Pariser Friedenskonferenz reiste. Dort forderte er den Anschluss Ermland und Masurens an Polen ohne Volksabstimmung, da er Druck und Manipulation seitens der deutschen Behörden befürchtete.

Nach seiner Rückkehr wurde er des Hochverrats angeklagt und inhaftiert. Obwohl er dank des Eingreifens von Marschall Ferdinand Foch seine Freiheit wiedererlangte, wurde er während des Plebiszits von deutschen Nationalisten brutal zusammengeschlagen. Er wurde in ein Krankenhaus in Allenstein gebracht, wo er am 29. März 1920 seinen Verletzungen erlag.

Heute gilt Bogumił Linka als Symbol des Kampfes um den Erhalt der polnischen Identität in Masuren und Ermland während der deutschen Besatzungszeit.


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