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Im Herzen des Klosterhofes - Der Dreifaltigkeitsbrunnen

from the audio walk Kloster St. Marienthal - Rundgang für Kulturinteressierte | Ostritz

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Kloster St. Marienthal - Rundgang für Kulturinteressierte
13 Stations
47:42 min Audio
881 m directions_walk
Im Herzen des Klosterhofes - Der Dreifaltigkeitsbrunnen

Der Dreifaltigkeitsbrunnen besteht aus einem achteckigen Sandsteinbecken und einer reich verzierten, sechs Meter hohen Säule auf einem profilierten Sockel. Auf jeder Sockelseite befinden sich Maskarone, aus deren Mäulern Wasser fließt. Zwei Engel halten das Wappen der Äbtissin Martha Tanner sowie eine beschriftete Kartusche. Über ihnen erhebt sich eine schmale, wolkenartig gestaltete Säule mit Engelsköpfen. Gekrönt wird das Kunstwerk von einer goldenen Kugel mit Darstellungen von Gottvater, Christus und der Taube als Symbol des Heiligen Geistes – daher der Name „Dreifaltigkeitsbrunnen“.

Der Dreifaltigkeitsbrunnen ist in Anlehnung an die Pestsäule in Wien errichtet worden. Hören Sie im Zusammenhang dazu, welche Bedeutung dieser Brunnen für Schwester Fransiska hat:
“Für mich persönlich strahlt er auch aus, es ist auch so der Eingang dann hier zum Klosterbereich. Er hat unterschiedliche Funktionen gehabt, hier kam das Wasser an bis 1945, dann wurde die Brücke gesprengt und dann war die Wasserversorgung unterbrochen. Dort in der Nähe gleich war eine Pferdetränke, also als Marienthal noch ein Landwirtschaftlicher Ort war. Es sind so viele Dinge und heute freue ich mich, wenn Menschen auf den Bänken sitzen, miteinander in Kontakt kommen und den Blick auf Christus haben, den Blick auf den Heiligen Geist der ja dargestellt ist mit dem Dreifaltigkeitsbrunnen und dort einfach vielleicht auch ihren Weg beginnen dann rundherum im Kloster sich einiges anschauen und davon auch etwas mitnehmen können und davon auch ein Stück zähren können was sie hier gesehen und erlebt haben.”

Die Zisterzienser und Zisterzienserinnen sind Mönche und Nonnen, die in der Tradition des Klosters Citeaux ein Leben führen, das von Gebet, geistlicher Lesung und Arbeit geprägt ist. Als reformierter Zweig des Benediktinerordens wollten sie die Regel des heiligen Benedikt von Nursia in ihrer ursprünglichen, wörtlichen Form leben. Zu den Grundidealen dieser Gemeinschaft gehören die Abgeschiedenheit von der Welt und eine schlichte, einfache Lebensweise.

Allerdings hat sich der Alltag der Nonnen über die Jahrhunderte diesbezüglich etwas verändert, hören Sie dazu nun Mutter Petra:
“Die Schwestern in Marienthal haben Jahrhundertelang mehr oder weniger rein beschaulich gelebt, also keine Tätigkeiten nach außen, d.h. das Gebetsleben (das Stundengebet oder das Chorgebet) stand und steht bei Ihnen im Vordergrund.
Im letzten Jahrhundert und in der jetzigen Zeit ist es natürlich ganz wichtig, dass wir unseren Lebensunterhalt selbst verdienen und damit auch stückweit uns öffnen d.h. eine Schwester ist im Laden, Schwestern machen Führungen, sind auch bei den Gästen, also diese Zurückgezogenheit die prägend war für dieses Kloster ist nicht mehr in dem Maße wie es früher war, aber das Gebetsleben wird weiter noch genauso intensiv gepflegt.”

Die Charta Caritatis bildet die gemeinsame Grundlage sowohl für den männlichen als auch für den weiblichen Zweig des Ordens, der einen gemeinsamen Generalabt und ein Generalat in Rom besitzt.
Obwohl jede Abtei grundsätzlich selbstständig ist, sind alle Klöster den einheitlichen Statuten des Ordens verpflichtet. Von Beginn an legten die Zisterzienser großen Wert auf gleichartige Bauten, identische Bräuche und einen festen, gemeinschaftlichen Tagesablauf.

Der Orden lebt nach dem Spruch:
„Una caritate, una regula similibusque vivamus moribus“ –
Wir wollen in einer Liebe, unter der Regel und nach einheitlichen Bräuchen leben.

Ein wichtiges Element der Ordensstruktur ist das regelmäßig stattfindende Generalkapitel, an dem alle Äbte und Äbtissinnen teilnehmen und in dem die Angelegenheiten des gesamten Ordens geregelt werden. An seiner Spitze steht der gewählte Generalabt, der seinen Sitz in Rom hat. Seit dem 27. Juni 2022 ist das Kloster St. Marienthal Teil der durch den Apostolischen Stuhl neu errichteten Kongregation der Heiligen Gertrud der Großen.


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