Sie stehen hier nun in der Klosterkirche, einem der beeindruckendsten und prunkvollsten Orte des Klosters. Hier finden regelmäßig Gottesdienste und Gebete statt.
Die wichtigsten Sachen, die Sie auch außerhalb der Heiligen Messen hier bewundern können, sind die Reliquien, die sich in zwei Glaskästen links und rechts im vorderen Bereich der Kirche befinden.
“Unsere Reliquien stammen aus den Calistuskatakomben in Rom und sind 1772 zu uns gekommen. Und die zwei besonderen Reliquien sind der heilige Germanius und auf der anderen Seite ist der heilige Decentius.”
Außerdem sind unter dem Altar noch zwei Knochen des heiligen Germanius und Decentius eingelassen, die Sie in den Bildern im Audioguide sehen. Aber warum gelangten die Reliquien eigentlich nach St. Marienthal?
Dies begründete sich dadurch, dass nach einem Erdbeben der Eingang zu den Calistuskatakomben freigelegt wurde. “Und da hatte man Angst gehabt vor Grabräubern, dass Grabräuber diese Reliquien stehlen. Und da hat der Bruder der damaligen Äbtissin diese Reliquien erworben und hierher nach St. Marienthal gebracht. Einfach, damit diese Reliquien wieder eine würdige Gedenkstätte bekommen.”
Zu diesem Zeitpunkt bekamen die Reliquien auch ihre kunstvolle Stoffummantelung. “Als die Reliquien zu uns gekommen sind, waren das nämlich nur Knochen und Schädel. Und dann haben die Schwestern sich an die Arbeit gemacht und haben in filigraner Handarbeit jede Reliquie ummantelt und geschmückt.”
Über den Bänken befindet sich der Schwesternchor, aus dem viele der täglichen Gebete abgehalten werden.
“Wir beten nicht für uns zum Selbstzweck, wir beten für die Menschen. Und hier kann auch jeder mal für sich und für seine Menschen, die ihm wichtig sind, ins Gebet kommen.”
Bilder vom Schwesternchor finden Sie hier im Audioguide.
Auch außerhalb der Führungen oder Chorgebete ist die Klosterkirche ein beeindruckender Ort. Für Schwester Franziska ist die Klosterkirche “Ein Ort, an dem man auch noch einmal zur Ruhe kommen kann. Und hier besteht auch noch die Möglichkeit sich auch herzusetzen, mal ganz alles noch mal auf sich wirken zu lassen, was man hier während der Führung oder bei Begegnungen mit anderen Menschen erlebt hat und auch noch einmal nachzudenken über das eigene Leben.”
Eine weitere schöne Möglichkeit ist es, hier eine Kerze anzuzünden. “Das Entzünden der Kerzen geschieht natürlich, wenn die Menschen hier sind, in einem Gebetszuspruch für einen Menschen, für ein Gebetsanliegen, was sie selber in sich tragen.”
Über die Kerzen wacht zudem eine Schmerzensmutter, die sogenannte Pietá. Das heißt, durch das Anzünden einer Kerze können Menschen auch ihren persönlichen Schmerz ablegen und im Kloster lassen.
“Zusätzlich haben wir auch noch ein Fürbittbuch, …, die Fürbitten werden dann auch von uns mit ins Gebet genommen.”