Bereits vor 1700 existierte in St. Marienthal eine Kreuzkapelle. Die heutige, reich mit Rokokoausstattung versehene Kapelle wurde 1756 geweiht und bildet einen besonderen Begegnungsort zwischen Kloster und Außenwelt. Ein monumentaler Kruzifixus aus etwa 1515 dominiert den Raum, dessen Gestaltung vollständig auf das Kreuz ausgerichtet ist. Die Kuppelwölbung zeigt zwei Deckengemälde: die Erhöhung der „Eisernen Schlange in der Wüste“ sowie die Auffindung und Erhöhung des wahren Kreuzes durch Kaiserin Helena.
In der Kapelle befindet sich zudem die Gruft der berühmten Sängerin Henriette Sontag (1806–1854), deren sterbliche Überreste ein Jahr nach ihrem Tod auf Wunsch ihres Mannes, Graf Carlo Rossi, nach Marienthal überführt wurden, auch er wurde später dort beigesetzt.
An den Wänden ist erkennbar wie hoch das Hochwasser 2010 stand.
Die Hochwasserschäden wurden durch italienischen Künstler aus Florenz restauriert, deshalb kann diese Kapelle mittlerweile wieder im vollem Glanze strahlen.
Nun erfahren Sie wofür die Kreuzkapelle heutzutage genutzt wird und vor allem welche Bedeutung dieser Ort besonders für Schwester Fransiska hat:
“Naja die Kreuzkapelle heutzutage im Moment als Gottesdienstraum, wir feiern jetzt jier im Winter die heilige Messe und ansonsten ist diese auch für die Besucher geöffnet, ganztägig, also vom Aufgang der Sonne bis es dunkel wird, sodass die Menschen hier in der Kreuzkapelle auch sitzen können, zu sich kommen kommen. Das Besondere ist der überlebensgroße Christus in diesem Raum der einfach schon für sich spricht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mich einfach immer wieder hier her zieht, weil ich auch selbst hier alle Anliegen unserer Gemeinschaft, alle Anliegen die mich persönlich betreffen, alle Anliegen von Menschen die sie mir übermittelt oder auf den Weg gegeben haben, hier nochmal vor Christus trage. Ich meine das kann man überall, aber hier zieht es mich immer wieder her und ich habe festgestellt, dass wenn man geistliche Gespräche führt und im Austausch ist, gerade mit Frauen die zu uns kommen, es garnicht viel Worte brauch sondern es reicht eigentlich zu sagen: wir suchen uns einen Platz und wir schauen uns Christus an, wir meditieren das Leidensbild Christus. Ein Priester hat hier mal bei der Heiligen Messe gesagt, und das ist mir sehr ins Herz gegangen, wer einmal das Kreuz Christi verstanden hat, dessen Leben verändert sich. Also das ist ja auch ein Weg dieses Verstehen von Christus, von seinem Lebensweg und auf sich selbst wirken lassen auf sein eigenes Leben.
Ich bin sehr froh, dass diese Kreuzkapelle offen steht, dass die Menschen ganztägig hier reingehen können und zur Ruhe kommen können.”
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