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Das Kloster früher – Leben in den Abteihöfel

from the audio walk Kloster St. Marienthal - Rundgang für Kulturinteressierte | Ostritz

Price: 4.99 €
Kloster St. Marienthal - Rundgang für Kulturinteressierte
13 Stations
47:42 min Audio
881 m directions_walk
Das Kloster früher – Leben in den Abteihöfel

Direkt hinter dem Eingang zum Abteihöfel befindet sich linker Hand die Tür zur Abtei. Momentan steht das Gebäude aufgrund der geringen Anzahl an Schwestern in St. Marienthal leer - aber es ist weiterhin ein perfekter Ort, um zu sehen, wie das Leben im Kloster früher ablief.

Schauen wir die Treppe hinauf, sehen wir dort eine Tür: Die Klosterpforte. Sie war früher der erste Anlaufpunkt für alle Menschen, die ein Anliegen an das Kloster hatten. Schwester Ursula meint dazu: [1: “Das besondere dabei ist, dass es nur eine Klinke gibt und die ist von innen. Also man kann von außen nicht rein, nur, in dem man sich bemerkbar macht durch ein Glöckchen. Und das bedeutet auch, dass man freiwillig ins Kloster gegangen ist.”]

Doch wie genau hat das funktioniert? Schwester Ursula erklärt: [2: “An der Klosterpforte haben sich Leute gemeldet, die etwas brauchten - Bedürftige - oder auch Leute, die ein Anliegen haben, auch Gebetsanliegen. In dieser Klosterpfortentür ist eine kleine Tür eingebaut und als es früher noch sehr streng war hat die Pfortenschwester nur die kleine Tür aufgemacht und erstmal geschaut, wer draußen davor steht. Und wenn sie zum Beispiel Essen bekommen wollten, wurden sie an die Drehe geschickt und die Drehe hatte Verbindung mit der Küche. Und dort konnten sie dann etwas entgegennehmen.”].

Auch wenn Sie an der Klosterpforte heute nicht mehr klopfen können, können Sie sich natürlich trotzdem mit verschiedensten Anliegen an das Kloster wenden: An der Gästepforte finden Sie immer ein offenes Ohr und Gebetsanliegen - die damals wie heute ein wichtiges Anliegen für das Kloster sind - können sogar per E-Mail übermittelt werden.

Gehen wir nun gemeinsam die Treppe hinunter und nach links ins Abteihöfel, so wie es auch Menschen getan hätten, die hier zu früheren Zeiten etwas zu Essen oder zu Trinken erbeten hätten. Denn man konnte mitnichten direkt in Kontakt zu den Schwestern treten. Was damals anders als heute war, erklärt Mutter Petra, die oberste Schwester von St. Marienthal: [3: “Eine Schwester ist im Laden, Schwestern machen Führungen, sind auch bei den Gästen. Also die Zurückgezogenheit, die prägend war für dieses Kloster, ist nicht mehr in dem Maße, wie es früher war. Aber das Gebetsleben wird weiter noch genauso intensiv gepflegt”].

Stehen Sie im Abteihöfel und schauen Sie Richtung Kloster, können Sie sich vorstellen, dass sich hinter der Wand die sogenannte “Drehe” befindet. Heute ist dieser Bereich nicht ständig für die Besucher geöffnet, Sie können die Drehe aber selbstverständlich auf den Bildern hier im Audioguide sehen.

Bei der Drehe handelt es sich um einen in der Wand eingelassenen Holzzylinder, der teilweise ausgehöhlt ist. Die Schwestern konnten nun von einer Seite Essen dort hineinstellen und den Zylinder drehen, sodass der Mensch auf der anderen Seite dieses entnehmen konnte, ohne direkt mit den Schwestern in Kontakt treten zu müssen.

Wenn Sie heute durch das Gelände des Klosters gehen, können sie - abhängig von den Gebetszeiten - jedoch zahlreiche Schwestern antreffen. Mutter Petra erklärt Ihnen, warum es diese Veränderung gab: [4: “Die Glaubenssituation draußen wird ja immer schwieriger. Und die Menschen suchen dann einen Platz oder Möglichkeiten, Glauben zu erleben. Und da haben sich die Schwestern sehr geöffnet: Die Gläubigen dürfen am Chorgebet teilnehmen, können hier Gäste sein. Die Schwestern sind dann bereit mit ihnen zu sprechen, bieten zum Beispiel Schweigeexerzitien an oder Einzelgespräche. Das wäre früher nicht möglich gewesen. Und so ist heute der pastorale Aspekt wesentlich stärker als früher. Früher war das Gebet für die Welt, heute ist beides - würde ich sagen - Gebet für die Welt, aber auch mit der Welt ein Stück weit leben”].


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