ZUM MITLESEN:
1. Entwicklung des Homo Sapiens
Vor 300.000 Jahren, das sind 3 cm vor der Heute-Linie, erscheint dann Homo Sapiens, also die Menschenart, der auch Sie und ich angehören.
a) Gehirn
Homo Sapiens ist zunächst alles andere als beeindruckend. Er kann nicht besonders schnell laufen und ist auch viel schwächer als die meisten Raubtiere. Selbst im Vergleich zu anderen Menschenarten ist er eher schmächtig und wenig muskulös.
Aber ihn zeichnet etwas anderes aus: Er hat das größte und effizienteste Gehirn. Sein übergroßer präfrontale Kortex ermöglicht es ihm, vorausschauend zu denken, und das scheint in dieser Weise tatsächlich eine einzigartige Fähigkeit unter allen bisherigen Lebewesen zu sein.
Sein Gehirn befähigt ihn auch zu einer ausgefeilten Sprache, mit der er sich am Lagerfeuer über religiöse Mythen oder den letzten Klatsch und Tratsch aus der Gruppe austauschen kann.
b) Beinahe-Aussterben
Vor 70.000 Jahren, also 7 mm vor der Heute-Linie, kommt es dann zur Katastrophe, Homo Sapiens stirbt fast wieder aus. Denn in Indonesien ist der Vulkan Toba ausgebrochen und löst eine globale Abkühlung und Dürre aus. Wissenschaftler schätzen, dass es zu diesem Zeitpunkt nur noch zwischen 1.000 und 2.000 fortpflanzungsfähige Homo Sapiens gibt, also nicht mehr als heute in einem kleinen Dorf leben. Das ist der Grund, weshalb die DNA aller heutigen Menschen für eine Spezies außergewöhnlich homogen ist.
c) Begegnung mit Neandertaler
Aber Homo Sapiens schafft es zu überleben. In mehreren Wellen wandert er aus Afrika heraus nach Asien und Europa. Dort begegnet er einer anderen Menschenart, dem Homo Neanderthalensis oder Neandertaler. Der wurde übrigens nach einem Tal benannt, das von Ihrem jetzigen Standort hier auf dem Evoweg nur 12 km entfernt liegt, dort hat man erstmalig Skelettreste von ihm gefunden.
Die letzten Neandertaler sterben vor circa 30.000 Jahren aus. Und damit verbleibt nur noch Homo Sapiens als letzte und einzige Art der Gattung Mensch auf der Erde. Zuvor haben Homo Sapiens und Neandertaler sich allerdings miteinander vermischt, daher haben heute Europäer und Asiaten etwa zwei Prozent Neandertaler-Gene, Afrikaner aber nicht.
d) Besiedelung aller Kontenente
Vor 15.000 Jahren wandert Homo Sapiens über die Beringstraße und Alaska nach Nord- und Südamerika und schafft es so, auch die letzten Kontinente zu besiedeln.
e) Neolithische Revolution
Und vor 10.000 Jahren ändert er plötzlich fast überall auf der Erde fundamental seine Lebensweise. Er wird sesshaft und beginnt, Landwirtschaft zu betreiben. In der Folge kommt es zu einer gewaltigen Bevölkerungsexplosion auf heute acht Milliarden Menschen.
Und Homo Sapiens verändert die gesamte Erde so grundlegend wie noch kein Lebewesen vor ihm. Mit einer einzigen Ausnahme vielleicht: den Cyanobakterien.
2. Verabschiedung
Und damit heißen wir Sie willkommen auf der Heute-Linie, dem Ende des Evolutionswegs. Es ist natürlich nur das vorläufige Ende, denn der Weg wächst immer weiter, jedes Jahr um ein Zehntausendstel Millimeter.
Die Erde könnte noch für eine weitere Milliarde Jahre Leben beherbergen. Spätestens dann wird die Sonne sich so aufgebläht haben, dass es für jegliches Leben auf der Erde zu heiß sein wird. Aber das sind ja immerhin noch 100 Meter in Richtung Rhein.
Bemühen wir uns doch, unseren Planeten und das Leben auf ihm in all seiner Vielfalt und Schönheit so lange wie möglich zu bewahren. Denn auch wir Menschen sind nur ein kleiner Teil in dieser langen, ununterbrochenen Kette von Leben.
Damit möchte ich mich von Ihnen verabschieden. Bei Anmerkungen oder Fragen melden Sie sich doch gerne bei uns über die Webseite aufklaerungsdienst.de. Dort sehen Sie auch die Termine der nächsten Führungen an diesem Weg, die wir persönlich anbieten. Außerdem besteht die Möglichkeit uns eine kleine Spende als Dank für diese Führung zu hinterlassen. Vielen Dank und auf bald!