Seit Jahrtausenden bauten Olmeken, Maya und Azteken Kakao entlang des Golfs von
Mexiko für Nahrung und religiöse Zeremonien an. Im Zuge des spanischen Kolonialismus
gelangte die Bohne nach Europa. Mit Rohrzucker, Zimt und Vanille verfeinerten die
Europäerinnen den bitteren Trunk nach ihrem Geschmack. Ab dem 17. Jahrhundert
verbreitete er sich als exklusives Statussymbol an Aristokratenhöfen und in kirchlichen
Kreisen. Apotheken empfahlen ihn als kräftigendes Heilmittel.
Die steigende Nachfrage führte zur massiven Ausweitung der Produktion im atlantischen
Raum. Spanische Kolonialherren versklavten die indigene Bevölkerung Mittel- und
Südamerikas und setzten sie für die Plantagenarbeit ein. Durch Ausbeutung und
eingeschleppte Epidemien schrumpfte ihre Zahl bis Ende des 17. Jahrhunderts um rund
90 Prozent. Um die Einbußen auszugleichen, griffen die Kolonialmächte verstärkt auf
afrikanische Sklavinnen zurück. Spaniens Kakaomonopol zerbrach, als die Niederlande
ab 1620 eigene Handelsrouten etablierten und zum führenden Importeur aufstiegen.
Schließlich erstreckte sich der Anbau bis nach Asien.
Durch technische Innovationen wandelte sich Kakao im 19. Jahrhundert zum Konsumgut.
Coenraad Johannes van Houten (1801–1887) erfand 1828 eine hydraulische Presse zur
Herstellung von günstigem Kakaopulver. Sie trennte die Kakaobutter von der
Kakaomasse. Basierend auf dem 1867 von Henri Nestlé (1814–1890) entwickelten
Milchpulver gelang Daniel Peter (1836–1919) im Jahr 1875 die erste Milchschokolade.
Rodolphe Lindt (1855–1909) verlieh der Schokolade 1879 durch das Conchieren ihren
charakteristischen zarten Schmelz. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde sie so
schrittweise auch für die Arbeiterschaft erschwinglich.
Kakao
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